Den Handel hat die Krise durchaus getroffen - wenigstens gestreift. Zahlen wurden ja bekannt gegeben. Aber die nordrheinwestfälische Industrie hat es mit der Krise so richtig erwischt. Denn im Dezember war die preisbereinigte Auftragslage um beinahe ein Drittel niedriger als im Vergleichsmonat des Vorjahres. Auch im Januar soll das Klima in der Geschäftswelt weiterhin kühler geworden sein. Da wird es im Handel zwar einigermaßen stimmende Kassen geben. Aber in der Industrie ist zu spüren, dass die Umsätze zurück gehen. Sollte sich die Krise doch ernsthaft bemerkbar machen? Da wäre so manche Investition für die Katz gewesen. Sicher brauchen die meisten Industriebetriebe keine Kasse und kein Kassensystem. Aber so mancher Betrieb hat auch einen Zweig des Fabrikverkaufs oder bietet den Verkauf von z. B. Einzelteilen ab Werk an. Da ist es sinnvoll, wenigstens mit einer Registrierkasse ausgestattet zu sein. Mit Hilfe der Belege dieses Gerätes können kleinere Mengen von Abverkäufen mit Beleg in der Buchhaltung verbucht werden. Bei größeren Ab-Werk-Verkäufen lohnt sich natürlich auch eine Computerkasse oder ein Kassensystem, dass mit Produktion, Lager und Buchhaltung für die jeweiligen Anforderungen verbunden ist. Wo es der Industrie momentan aber „an den Kragen” zu gehen scheint, will die NRW-Landesregierung die Vergabe öffentlicher Aufträge vereinfachen. So sollen Bauaufträge mit einem Volumen bis 100.000 Euro frei vergeben werden dürfen. In zwei weiteren Schritten soll dann das Ausschreibungsverfahren jeweils wieder verkürzt werden. Den Ansatz finde ich gar nicht so schlecht. Denn wenn jede Kommune erst um jeden Euro kämpfen muss, vergeht unnötig Zeit. Aus dem Münsterland gibt es auch noch eine gute Nachricht: in 2008 ist die Zahl der Beschäftigten gesunken, die zusätzlich zu ihren Löhnen und Gehältern noch auf Hartz-IV-Leistungen angewiesen sind. Wenn das keine gute Stimmung verbreitet! Denn eben diese Arbeitnehmer sind durch ihre nun höheren Einkünfte in der Lage, mehr Geld auszugeben. Beispielsweise im Einzelhandel, was sich dort sicher auch des Öfteren in den Kassen bemerkbar macht. Viele Kommunen des Münsterlandes wollen nun auch investieren - besonders in Schulen und öffentliche Gebäude. Da kommt es gerade Recht, dass das Münsterland aus dem Konjunkturpaket II des Bundes 260 Millionen Euro bekommen soll. Die Verteilung der Gelder wird wohl bedarfsgerecht ausfallen, schätze ich. Mit diesen öffentlichen Aufträgen können dann auch Arbeitsplätze gesichert werden, vielleicht sogar Folgeinvestitionen getätigt werden. Denn wenn die Kommunen in öffentliche Gebäude investieren, können die beauftragten Unternehmen ihrerseits betriebsintern investieren, sofern nötig. Und so gibt es in der Folge immer mehr Betriebe mit guter Auftragslage und gutem Investitionsvolumen. Hierdurch entstehende Arbeitsplätze ermöglichen wiederum dem Verbraucher, mehr Geld auszugeben. Das wiederum könnte im Einzelhandel oder in der Gastronomie ausgegeben werden. Diese Branchen dürften dann im wahrsten Sinne die Kasse klingeln hören.
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