Der Nordrheinwestfälische Verband der Floristen ist immer noch bemüht, an Sonn- und Feiertagen weiterhin die Geschäfte öffnen zu dürfen. Denn Tankstellen dürfen auch an Sonn- und Feiertagen Blumen ebenso wie Backwaren verkaufe. Und zwar ganztägig neben dem Verkauf der eigentlichen Artikel wie Benzin und andere Dinge, die für Kraftfahrzeuge benötigt werden können. Dem gegenüber fühlen sich Floristen, Bäcker und Konditoren benachteiligt. Denn so mancher hat in jüngerer Vergangenheit der Notwendigkeit halber oder aus dem Wunsch der Verbesserung heraus investiert. Und da ist jede Möglichkeit nötig, Umsätze zur Kostendeckung zu tätigen. Und es macht sich Tag für Tag aufs Neue in der Abrechnung der Kasse bemerkbar, ob die Umsätze ausreichen oder nicht. Doch nicht nur Floristen und Bäcker haben mit den Ladenöffnungszeiten zu kämpfen. Die Finanzkrise, die aus den USA zu uns überschwappte hat auch die Textilindustrie stark getroffen. So manche namhafte Bekleidungs-Kette hat Konkurs angemeldet oder steckt wenigstens in argen Schwierigkeiten. Da ist es schon bemerkenswert, dass sich eine Gemeinde mit nicht einmal fünfzehntausend Einwohnern dafür stark machen möchte, den Betrieb eines Textilherstellers in einem Nachbarort zu erhalten. Besagte Gemeinde argumentiert, dass von den 120 Beschäftigten des Betriebes 50 Arbeitnehmer eben im Ort wohnen, und die wolle man vor Arbeitslosigkeit schützen. Sicher würden 50 Personen den öffentlichen Haushalt der Gemeinde zusätzlich belasten, sollten sie auf Sozialleistungen aus öffentlicher Hand angewiesen sein. Da macht es schon Sinn, dass eine Gemeinde durch Einsatz für Arbeitsplatzerhalt sowohl Einwohner vor Arbeitslosigkeit schützen, die „eigene“ Kasse aber eben auch nicht über Gebühr belasten möchte. Denn das macht sich auch in der Infrastruktur des Ortes bemerkbar. Mehr Arbeitslose können weniger einkaufen, der Umsatz würde spürbar zurückgehen. Doch von der wirtschaftlichen Betrachtung abgesehen ist auch die Ausbildung eines jeden wichtig, damit er durch seine Arbeit ein Auskommen erzielen kann, womit gut zu leben ist. Auch das besonders den Einzelhandel betreffende Ladenschlussgesetz sorgt für Diskussionen. Befürworter meinen zu erkennen, dass mehr Arbeitsplätze geschaffen werden. Das wiederum würde dafür sorgen, dass die Mitarbeiter durch das erzielte Einkommen in der Lage sind, mehr zu kaufen und so die Umsätze wenigstens stabil zu halten. Gegner argumentieren, dass durch längere Ladenöffnungszeiten lediglich mehr Arbeitsplätze im Niedriglohnsektor und auf 400-Euro-Basis entstehen, was wiederum kontraproduktiv für die Umsätze wäre. Eingesparte Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung könnten die Umsatzeinbußen nicht aufwiegen. Die momentane Regelung der Ladenöffnungszeiten ist durchaus akzeptabel, finde ich. Und so manchem Einzelhändler dürften die Umsätze nicht zurückgegangen sein. Andererseits verstehe ich durchaus die Befürchtung der Floristen und Bäcker, die sich durch die Konkurrenzverkäufe an den Tankstellen bedroht fühlen. Und so manche Investition in den Branchen Floristik und Bäckerei waren vielleicht sinnlos.

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