Trinkgeld – das Wort tauchte gedruckt bereits im 14. Jahrhundert auf. Aus einem Wörterbuch dieser Zeit ist zu entnehmen, dass das „trinckgelt“ per Definition eine kleinere Geldsumme darstellt, die für Dienste gegeben wurde, die außer der Reihe verrichtet wurden. Eine zusätzliche Entlohnung, sozusagen. Auch heute ist das Trinkgeld eine zusätzliche Be- oder Entlohnung im Dienstleistungsbereich. Hierfür wird in aller Regel kein Beleg erstellt, in der betrieblichen Kassenabrechnung taucht der Betrag ebenfalls nicht auf. So sind es insbesondere Dienstleistungsberufe, in denen Trinkgeld gezahlt wird. Mir fällt da ein das Friseurhandwerk, Postdienste, aber auch das Gastronomie- und Hotelgewerbe. Der Kunde gibt dem Dienstleister je nach Zufriedenheit zum eigentlichen Rechnungsbetrag noch einen Zusatzbetrag. Im deutschsprachigen Raum hat es sich durchgesetzt, ungefähr fünf bis zehn Prozent des Rechnungsbetrages als Trinkgeld zu geben. Das Trinkgeld kann zunächst im Portemonnaie des Kellners deponiert werden. Aber spätestens bei der Abrechnung zum Dienstschluss sollte auch das Trinkgeld gesondert berücksichtigt werden. Ich finde, es gehört nicht als Zusatzgewinn in die tägliche Kassen Arechnung. Denn das käme dem Geschäftsinhaber zugute. Ich meine, dass das Trinkgeld unter den Mitarbeitern aufzuteilen ist. Das Kollegium im Service sollt ebenso seinen Teil bekommen wie alle Mitarbeiter aus dem Küchenteam. Schließlich haben alle daran mitgewirkt, dass es überhaupt den Betrag des Trinkgeldes gibt. Da kann sich natürlich auch über die Verwendung geeinigt werden. Für einen guten Vorschlag halte ich die Möglichkeit, dass eventuelle Fehlbeträge in der Kasse mit dem Trinkgeld beglichen werden. So sind alle gleichberechtigt an dem Fehler beteiligt. Der Rest kann dann in vereinbarten Zeiträumen (täglich, wöchentlich, monatlich) im Kollegenkreis aufgeteilt werden. Oder es gibt zu vereinbarten Terminen eine gemeinsame Mitarbeiterzusammenkunft, und das Geld wird gemeinsam „verbraten“. Man kann gemeinsam Kegeln gehen, einen Zoobesuch verabreden, ganz egal. Die Demokratie entscheidet, wie das Trinkgeld verteilt wird. Vielleicht lässt sich auch eine Motivation erarbeiten. Je mehr Trinkgeld im gemeinsamen Topf ist, umso toller wird die Veranstaltung. Oder der Chef kann zusätzlich motivieren, in dem er zusätzliche Aktionen sponsert. Natürlich ist der Spaßfaktor bei der Arbeit durchaus wichtig. Aber der Ernst der Sache darf nicht verloren gehen. Nachlässigkeit der Kellner führt oft zu Fehlbeträgen in der Kasse. Und die sollten nicht ständig aus der Trinkgeld- Kasse gezahlt werden sondern eigentlich vom Verursacher der Fehlbeträge. Alles in allem ist genau darauf zu achten, dass die Kasse stimmt. Denn sonst hätte der Gastwirt falsch investiert. Weniger in ein falsches Kassensystem als in diesem Fall in falsche Mitarbeiter.
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